18/06/2026
Kein Aufbruch, sondern der nächste Bruch mit dem Koalitionsvertrag
Im Koalitionsvertrag wurde eine Flexibilisierung der Arbeitszeit auf Basis einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit vereinbart. Der nun vorliegende Referentenentwurf zum Arbeitszeitgesetz knüpft selbst geringfügige Anpassungen an tarifvertragliche Regelungen und schließt damit einen großen Teil des Handwerks aus. Damit droht ein weiterer Bruch zentraler im Koalitionsvertrag vereinbarter Zusagen.
"Dieser Referentenentwurf ist kein Aufbruch in eine moderne Arbeitszeitwelt, sondern ein Bruch mit den im Koalitionsvertrag vereinbarten Zusagen“, kritisiert Holger Schwannecke, Generalsekretär vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).
Damit entfernt sich die Regierungskoalition ein weiteres Mal von ihren eigenen Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, was mit einem weiteren Vertrauensverlust einhergeht.
Kritisch bewertet das Handwerk auch die vorgesehenen Vorgaben zur Arbeitszeitdokumentation. Sie passten nicht zu dem partnerschaftlichen Miteinander und den betrieblichen Realitäten in Handwerksbetrieben. „Im Handwerk brauchen wir mehr Spielraum bei der Verteilung von Arbeitszeit, nicht mehr Bürokratie bei ihrer Erfassung“, so ZDH-Generalsekretär Schwannecke.
Wer im Koalitionsvertrag mehr Flexibilität verspreche, sollte das dann auch ermöglichen und nicht neue Bürokratie aufzubauen. Das erwarteten die Betriebe und ihre Beschäftigten.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bärbel Bas
18/06/2026
Politisches Spitzengespräch des Handwerks mit dem Bundesfinanzminister
Die Mitglieder des ZDH-Präsidiums und die Vorstände von DHKT und UDH sind am 18. Juni im Haus des Deutschen Handwerks mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zu einem politischen Spitzengespräch zusammengekommen.
Im Fokus standen aktuelle steuer- und finanzpolitische Herausforderungen für Handwerksbetriebe und Beschäftigte sowie der hohe Reformbedarf. Danke an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für den offenen und konstruktiven Austausch.
Bundesfinanzministerium
18/06/2026
Prioritätensetzung im neuen EU-Haushalt 2028 entscheidend für Europas wirtschaftliche Stärke.
Wie die Europäische Union ihre Mittel ab 2028 verteilt, wird entscheidend dafür sein, ob Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Zusammenhalt gestärkt werden. Wenn sich die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag dieser Woche beim Europäischen Rat mit dem nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen befassen, geht es deshalb um weit mehr als Zahlen.
„Angesichts der angespannten Haushaltslage wird das Feilschen um den EU-Haushalt besonders schwierig. Neue Strukturen und Programmnamen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirtschaft dort gestärkt werden muss, wo Wohlstand, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Innovation entstehen“, betont Holger Schwannecke, Generalsekretär vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).
Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen fordert Schwannecke eine verlässliche Ausstattung für kleine und mittlere Unternehmen sowie die Einbindung der Länder und Regionen bei der Vergabe der Fördermittel. Nur so könnten Investitionen zielgerichtet erfolgen und Planungssicherheit geschaffen werden.
„Gerade weil alle Programme neu strukturiert werden, muss bis Ende dieses Jahres eine Einigung stehen. Nur so kann ein fließender Übergang der Finanzierung ab 2028 gelingen. Ein Scheitern würde die Betriebe verunsichern und für massive Planungsunsicherheit sorgen“, so ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.
https://www.zdh.de/ueber-uns/fachbereich-europapolitik/eu-aktuell/default-9f4dbbf98bf07bd51c1e4cdb20dff8b0/
Council of the European Union Friedrich Merz Bart De Wever Emmanuel Macron Giorgia Meloni Luc Frieden Rob Jetten Gitanas Nausėda Christian Stocker
17/06/2026
Welche beruflichen Perspektiven bieten wir jungen Menschen im KI-Zeitalter?
Berufliche Bildung und das Handwerk gewinnen in diesen Zeiten, in denen sich der Arbeitsmarkt durch KI nachhaltig verändert, an Bedeutung. Bürojobs geraten zunehmend unter Druck, gleichzeitig fehlen in vielen Gewerken dringend Fachkräfte. Um dieses Missverhältnis aufzulösen, braucht es eine klare Neuorientierung hin zur Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung.
„Wer junge Menschen heute noch einseitig in Hörsäle drängt, obwohl sich gerade dort die Unsicherheit am Arbeitsmarkt verdichtet, handelt nicht zukunftsorientiert, sondern fahrlässig“, betont Handwerkspräsident Jörg Dittrich in seinem Gastbeitrag in der DIE ZEIT. Berufliche Bildung sei im KI-Zeitalter nicht weniger wert, sondern mehr. „Sie bietet, was viele akademische Laufbahnen künftig immer seltener garantieren können: gefragte Fähigkeiten, gesellschaftliche Relevanz und eine belastbare berufliche Perspektive.“ Und zwar auf allen Ebenen, ob als Betriebsnachfolger, selbstständig oder Projektleiter mit guten Einkommenschancen. Stromleitungen lassen sich weiterhin nicht durch Mausklicks verlegen und auch ein Dach deckt sich nicht per Algorithmus.
Wie groß der bildungspolitische Handlungsbedarf bei der beruflichen Bildung ist, zeigt auch ein aktueller BILD-Artikel. Allein im Handwerk konnten im vergangenen Jahr 16.213 Ausbildungsplätze, die Betriebe angeboten hatten, nicht besetzt werden. Ein zentraler Grund dafür ist aus Sicht von ZDH-Präsident Dittrich, dass viele Jugendliche die Chancen und Karrieremöglichkeiten im Handwerk gar nicht kennen: „Viele Betriebe finden auch deshalb keine Azubis, weil zu viele Jugendliche die beruflichen Möglichkeiten im Handwerk gar nicht auf dem Schirm haben. Genau da liegt das Problem.“ Was sich daher aus Sicht von Dittrich ändern muss: „Frühere, verpflichtende und vor allem praktische Berufsorientierung an allen Schulen, auch an Gymnasien. Mehr Einblicke in Betriebe, mehr Praktika. Wer das Handwerk einmal erlebt, entscheidet sich oft ganz bewusst dafür.“ Denn das Handwerk biete „zukunftssichere sinnstiftende Jobs, Top-Chancen und Karriereperspektiven bis hin zum eigenen Betrieb“. Deshalb müsse die berufliche Ausbildung „endlich den Stellenwert bekommen, den sie verdient, und gesellschaftlich und politisch gleichwertig behandelt werden“.
Wer den Fachkräftebedarf nachhaltig decken und die Chancen des KI-Zeitalters nutzen wolle, dürfe den Karriereweg der beruflichen Bildung nicht länger nur in Sonntagsreden beschwören, sondern müsse diesen auch zur künftigen Fachkräftesicherung aktiv stärken.
Den Gastbeitrag in der DIE ZEIT finden Sie hier:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-06/kuenstliche-intelligenz-arbeitsmarkt-bildung-handwerk-zukunft
Den -Beitrag zu den Zukunftsberufen und den Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt finden Sie hier:
https://m.bild.de/politik/inland/azubis-gesucht-wie-nie-das-sind-die-50-jobs-mit-zukunft-6a2091d21f46a650bff5e91e
CDU/CSU-Bundestagsfraktion SPD-Fraktion im Bundestag Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bundesministerium für Arbeit und Soziales
12/06/2026
Was bewegt das diese Woche?
Immerhin: Beim Treffen des Koalitionsausschusses mit den Sozialpartnern aus Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften herrschte Einigkeit darüber, dass Deutschland tiefgreifende Reformen braucht, um wieder auf Wachstumskurs zu kommen. Deutlich wurde jedoch auch, dass es bei den Reformfeldern und -wegen noch erkennbare Unterschiede gibt. „Zunächst ist wichtig festzuhalten, dass allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Runde die Notwendigkeit tiefgreifender wirtschaftspolitischer Reformen bewusst ist“, kommentierte Handwerkspräsident Jörg Dittrich nach dem Treffen.
Entscheidend ist jetzt aus Sicht des Handwerks, dass die Koalition basierend auf diesem gemeinsamen Problembewusstsein politische Entscheidungen trifft, die zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, effizienteren sozialen Sicherungssystemen mit stemmbaren Lohnzusatzkosten und weniger Bürokratie führen.
Außerdem im Newsletter:
Berufliche Bildung: Der „Sommer der Berufsausbildung“ wirbt bundesweit für die Chancen und Perspektiven der dualen Ausbildung.
Nachwuchsgewinnung: Das auf wachsende Nachfrage stoßende Freiwillige Handwerksjahr hilft als wichtiger Baustein der Berufsorientierung jungen Menschen, eine Berufswahl zu treffen.
Frauen im Handwerk: Mehr Frauen übernehmen Verantwortung bei Nachfolge, Fachkräftesicherung und Transformation.
Aktueller Newsletter: https://nl.zdh.de/mailing/260/9235725/2451959/e953315f15/index.html
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12/06/2026
Digitale Prozesse, steuerpolitische Vorhaben und Anwendungsfragen
Mit der E-Rechnung, der Einkommenssteuertarifform und der Kassenführung verändert sich derzeit die steuerliche Praxis vieler Handwerksbetriebe. Auch die Digitalisierung schreitet voran. Der Betriebsalltag zeigt wiederrum, dass Einführungstermine oft schneller definiert sind als Standards, Schnittstellen und Anwendungsfragen. Bei der Jahrestagung des Netzwerks Steuerberatung im deutschen Handwerk kam es am 8. Juni zum fachlichen Austausch, zu wissenschaftlichen Impulsen und zur Klärung offener Fragen im politischen Diskurs.
Ein Schwerpunkt lag auf der Einführung der E-Rechnung. Vorgestellt wurden Ergebnisse einer Umfrage im Handwerk, die Defizite bei der Praxistauglichkeit sowie unklare technische Vorgaben aufzeigen. Für viele Betriebe bedeuteten das zusätzliche Kosten und eine Doppelbelastung. Erforderlich sind Rechtssicherheit, konkrete Vorgaben und einheitliche Bedingungen, um die Umsetzung zu erleichtern.
Im Austausch mit Fritz Güntzler MdB, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ging es um aktuelle steuerpolitische Vorhaben. Diskutiert wurden unter anderem die Registrierkassenpflicht sowie die im Koalitionsvertrag vorgesehene Abschaffung der Bonpflicht und deren Auswirkungen auf das Handwerk.
Die Potenziale der Digitalisierung für effizientere steuerliche Prozesse stellte Dr. Nils Weith vom Institut für Digitalisierung im Steuerrecht e.V. vor. Im Fokus stand die Vereinfachung von Abläufen und die Verbesserung von Schnittstellen zwischen den beteiligten Akteuren.
Im Anschluss kamen die zentralen Akteure aus Steuerberatung und Handwerk zusammen, von der Betriebsberatung bis zu Bundessteuerberaterkammer, Steuerberaterverband und Lohnsteuerhilfe.
11/06/2026
Einigkeit über dringenden Reformbedarf. Koalition in Verantwortung für politische Entscheidungen.
Die Einsicht in die Notwendigkeit tiefgreifender wirtschaftspolitischer Reformen hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Koalitionsausschuss geeint, gleichwohl gehen die Vorstellungen über den richtigen Weg durchaus weiter auseinander. Die Koalitionspartner stünden nun in der Verantwortung, dieses gemeinsame Reformverständnis noch vor der Sommerpause in politische Entscheidungen zu überführen, welche Betriebe und Beschäftigte spürbar entlasteten.
„Zunächst ist wichtig festzuhalten, dass allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Runde die Notwendigkeit tiefgreifender wirtschaftspolitischer Reformen bewusst ist, auch wenn über die notwendigen Maßnahmen nach wie vor unterschiedliche Sichtweisen bestehen. Deutschland braucht wieder mehr wirtschaftliche Dynamik. Dafür müssen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und die Zukunftsfähigkeit der Betriebe in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken. Nur so können sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze erhalten und neue Perspektiven für Wachstum und Beschäftigung geschaffen werden“, betonte Handwerkspräsident Jörg Dittrich.
Für das Handwerk bleibe insbesondere die Reform der sozialen Sicherungssysteme mit einer spürbaren Verringerung der Lohnzusatzkosten zentral. Nur wenn Arbeit bezahlbar bleibe, könnten Betriebe investieren, Beschäftigung sichern und handwerkliche Leistungen für ihre Kundinnen und Kunden zu vertretbaren Preisen anbieten.
https://www.zdh.de/presse/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/koalition-muss-konsens-ueber-reformnotwendigkeit-mit-leben-fuellen/
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Friedrich Merz SPD-Fraktion im Bundestag Lars Klingbeil Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bärbel Bas DGB Yasmin Fahimi ver.di IG Metall IGBCE
10/06/2026
als Schlüssel für und
Deutschland braucht ein in sich schlüssiges Paket ineinander greifender , dessen Wirkung über einzelne Maßnahmen hinausgeht: Dieses zentrale Ergebnis ihrer Studie „Wachstumsgrundlagen erneuern, Sicherheit nachhaltig stärken“ haben Prof. Dr. Veronika Grimm (Technische Universität Nürnberg) und Prof. Dr. Désirée I. Christofzik (Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer) am Mittwoch im Auftrag des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft im Haus des Deutschen Handwerks vorgestellt und erläutert.
Im Mittelpunkt steht die Einschätzung, dass wirtschafts-, finanz- und sicherheitspolitische Herausforderungen nur durch ein abgestimmtes - bewältigt werden können. Besonders betont wird dabei die Bedeutung sogenannter Hebelreformen, die in zentralen Reformfeldern ansetzen und dadurch breitere Wirkung entfalten sollen.
Die Studie benennt den Abbau von Regulierung und Berichtspflichten, eine Reform der sozialen Sicherungssysteme zur Schaffung staatshaushälterischer Spielräume sowie den Ausbau der Bildungs- und Forschungsinfrastruktur als zentrale Punkte zur Stärkung der wirtschaftlichen Dynamik. Entscheidend sei das Zusammenspiel dieser Maßnahmen, um Hebelwirkungen zu entfalten und Synergieeffekte zu nutzen.
Unter den Mitgliedsverbänden des Gemeinschaftsausschusses bestand Einigkeit über die Stoßrichtung. Gefordert werden ein abgestimmtes Reformpaket, schlankere Verwaltungsstrukturen und eine engere europäische Zusammenarbeit, um die wirtschaftliche und politische Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu sichern und weiterzuentwickeln.
Zur Studie:https://www.zdh.de/fileadmin/Oeffentlich/Presse/Pressemitteilungen/2026/Studie_ChristofzikGrimmGdGW.pdf
BDA - Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDI - Bundesverband der Deutschen Industrie Deutsche Industrie- und Handelskammer - DIHK Zentralverband des Deutschen Handwerks
08/06/2026
Gemeinsam vorankommen statt gegeneinander arbeiten
Deutschland diskutiert seit Jahren über Symptome. Entscheidend ist die Therapie. Handwerkspräsident Jörg Dittrich wirbt für einen breiten Konsens über Strukturreformen. Im Interview mit der noz.de sagt er: „Nach Monaten und Jahren der reinen Zustandsbeschreibung muss es jetzt darum gehen, sich darauf zu verständigen, welche Reformen und Maßnahmen es sind, die unsere Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs bringen.“
In der öffentlichen Debatte entsteht häufig der Eindruck, einzelne Maßnahmen müssten allein die Antwort auf die Herausforderungen liefern. Genau davor warnt Dittrich. „Wir zerfleischen uns in Deutschland zu oft an einzelnen Maßnahmen und verlieren das große Ganze aus dem Blick. So werden selbst sinnvolle Ansätze und gute Ideen im Klein-Klein zerredet und zerstört.“
Der Handlungsbedarf reicht von Steuern und Bürokratie über die Sozialversicherungssysteme bis hin zum Arbeitsmarkt. Bei den Sozialabgaben sieht Dittrich in einer Senkung der Lohnzusatzkosten einen entscheidenden Hebel für Wachstum und Entlastung. „Wenn wir die Lohnzusatzkosten von fast 43 Prozent dauerhaft in Richtung 40 Prozent senken, reden wir über Entlastungen in zweistelliger Milliardenhöhe.“ Beim Thema Rente müsse stärker berücksichtigt werden, dass Erwerbsbiografien unterschiedlich verlaufen. Zugleich spricht sich Dittrich für mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit aus. „Dieses starre Korsett hält der Realität heute nicht mehr stand.“ Gerade im Handwerk funktionierten viele Lösungen über Vertrauen und Verantwortung.
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Friedrich Merz SPD-Fraktion im Bundestag Lars Klingbeil DGB IG Metall ver.di