Armut eine Stimme geben.

Armut eine Stimme geben.

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Der Realitätssinn schützt uns vor der Illusion, Armut ließe sich aus eigener Kraft endgültig beseitigen.

Aber der solidarische Gedanke ermutigt uns dazu, alles Menschenmögliche zu tun, um Armut und mangelnde Teilhabe nachhaltig zu begrenzen.

Bundesinnenministerium: Mehr Straftaten gegen Obdachlose 13/06/2026

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/obdachlose-straftaten-100.html?fbclid=IwZnRzaASZ96BleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeR9pVXG93QChzeklqCZraI_BmrSJsKa7ha-9NjgQyP2fHau_V2OvJNwswXp4_aem_Ej83KGP84D-b-LgtRF0s6A

Bundesinnenministerium: Mehr Straftaten gegen Obdachlose Mehr als 2.500 wohnungslose Menschen wurden im vergangenen Jahr Opfer einer Straftat. Die Zahl ist deutlich gestiegen. Doch die Aufklärungsquote ist niedriger als sonst üblich - und die Dunkelziffer dürfte hoch sein.

6/26 Einsamkeit | Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 04/06/2026

Einsamkeit kann uns krank machen.

6/26 Einsamkeit | Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Einsam sind wir alle irgendwann. Einsamkeit ist ein menschliches Gefühl, das zu jedem Leben dazugehört. Trotzdem ist sie oft mit Scham verbunden. Kaum jemand sagt offen, dass er oder sie sich einsam fühlt. Denn zuzugeben, dass das grundlegende Bedürfnis nach Zugehörigkeit nicht erfüllt ist, f....

01/06/2026
Neukölln eröffnet dritten Ort mit „Safe Places“ 01/06/2026

https://facettenneukoelln.wordpress.com/2026/05/31/neukoelln-eroeffnet-dritten-ort-mit-safe-places/?fbclid=IwZnRzaASKHutleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeISIohQetcuS1p7K1CZ2SiZPI0FUFeUp9NFbpTZ9-OV-eiktgodY0KOIyTXw_aem_XaV9OQizkJVcsfSvOk-hEQ -146638

Neukölln eröffnet dritten Ort mit „Safe Places“ „Safe Places“ sind niedrigschwellige, temporäre Unterkünfte für obdachlose Menschen, die als geschützte Rückzugsorte dienen. In Neukölln wurden im Januar 2024 die ersten sechs Wohnboxen der Öffentl…

Pflegeheim wirft Rentnerin raus – Gericht gibt Heim recht 29/05/2026

Mein Kommentar dazu:

Was das Recht entschieden hat und was die Menschlichkeit vermisst.

Das Landgericht Lübeck hat geurteilt. Es hat geurteilt, wie Gerichte eben urteilen. Es handelt strikt nach Paragraphen, nach Vertragstexten sowie nach der Logik von Schuld und Haben. Es handelt formal in der kalten Sprache des Zivilrechts. Dieses Urteil mag insofern sogar seine Ordnung haben. Wer nicht zahlt, verliert eben seinen Platz. So funktioniert der Markt und so funktioniert das Mietrecht und so funktioniert eben auch das Pflegerecht.
Aber genau hier hört die Ordnung auf, Ordnung zu sein. An diesem Punkt beginnt die Unordnung des Herzens.

Eine ältere Dame, pflegebedürftig ist auf das Funktionieren ihres menschlichen Körpers angewiesen, der ihr aber nicht mehr gehorcht. Diese Dame hat größere Zahlungsrückstände angehäuft. Daraufhin hat ihr das Pflegeheim gekündigt. Das Gericht hat die Kündigung bestätigt. Die Dame steht nun „draußen“, faktisch auf der Straße und weiterhin Pflegebedürftig.
Man muss das so deutlich sagen, weil es so deutlich ist.

Was hier entschieden wurde, ist nicht einfach ein juristisches Urteil am Rand. Es ist ein Präzedenzfall, der die Frage neu stellt. Welchen Status hat ein Mensch, wenn er seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann? Hat er dann noch den Status eines Menschen oder wird er zum Schuldner degradiert, der damit seine Würde verliert, sobald das Konto leer ist?

Das Pflegeheim handelt wie ein Vermieter, der einen säumigen Mieter auf die Straße setzt. Nur dass dieser Mieter vielleicht nicht mehr alleine auf die Toilette kann. Nur dass dieser Mieter vielleicht nachts nach Luft ringt. Nur dass dieser Mieter ohne professionelle Pflege nicht überleben kann.

Das Gericht sieht darin keinen Unterschied, der rechtlich irgendwie erheblich wäre. Wir als Gesellschaft, als Menschen, die einander begegnen müssen diesen gravierenden Unterschied sehen. Wir müssen darauf bestehen, dass er gesehen wird.

Es ist keine Polemik, wenn man sagt, dass ein System, das Pflegebedürftige vor Kündigung und Räumung nicht schützten kann, eine gefährliche Lücke hat. Die Lücke heißt Schutzlosigkeit. Sie betrifft die Schwächsten, die Verletzlichen, die Unsichtbaren. Es sind die, die keine Lobby haben und keine Stimme mehr, die laut genug wäre, um gehört zu werden.

Was fehlt, ist nicht nur ein Gesetz, was fehlt ist ein gesellschaftlicher Konsens darüber, dass Pflege kein Konsum ist.

Dass ein Pflegevertrag kein gewöhnlicher Dienstleistungsvertrag ist und das ein Pflegebett kein Hotelzimmer ist, aus dem man einfach rausgeschmissen wird, wenn die Kreditkarte nicht mehr gedeckt ist.

Das Landgericht hat nach Recht entschieden. Die Menschlichkeit hat allerdings verloren.

Thomas de Vachroi

https://web.de/magazine/panorama/videos/verbrechen-vermisste/pflegeheim-wirft-rentnerin-raus-gericht-heim-recht-42325698?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&fbclid=IwZnRzaASGo9JleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeCtNPJBJg4XQ0tjPFB8dRWbZOWpxJrPEwuF6S1k7aEJHOzy9y16K1peGOe3Y_aem_EdJEZYgJQHiAtnOEDWndRA&utm_source=Facebook =1780064452

Pflegeheim wirft Rentnerin raus – Gericht gibt Heim recht Eine pflegebedürftige Rentnerin verlor ihren Heimplatz wegen hoher Zahlungsrückstände. Das Landgericht Lübeck stellte klar: Auch Pflegebedürftige sind nicht vor einer Kündigung und Räumung geschützt.

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